
Zum Ende des ersten Gesamtspieltags der Vorrunde stiegen also auch die deutschen Frauen in den WM-Cruise ein. Viel war spekuliert worden über eine vermeintliche Defensivschwäche und hatte man jetzt nicht vielleicht sogar auch was zu verlieren? Holperten mit Kanada, England, Schweden und Frankreich nicht schon andere hochgehandelte Nationen mehr schlecht als recht ins Turnier? Grund genug, nervös am zweiten Frühstück zu knabbern. (Wie das in diesen Tagen klassischerweise abläuft: hier).
Aber: Alles völlig unbegründet. Keine Panik auf der Titanic, denn an Bord sind neben akribischer Vorbereitung und höchster Konzentration anscheinend auch noch die Leichtigkeit und der überragende Team-Spirit aus der letztjährigen EM in England und vor allem ist da noch: Poppi. Wer im Fallen zurücklaufend mit dem Rücken zum Tor den Ball mit dem Hinterkopf irgendwie ins Tor wuchten kann, der brauch sich eigentlich keine Sorgen mehr zu machen im Leben. Außer nach dieser WM endgültig zur lebenden Legende zu werden.
Von denen gibt es ja noch einige bei dieser WM. Megan Rapinoe aus den USA zum Beispiel. Oder die 40-jährige Kapitänin Kanadas, Christine Sinclair. Frankreichs Abwehrturm Wendie Renard. Und natürlich: Marta. Von der Bank aus sah sie noch den feinsten Spielzug des Turniers, abgeschlossen zum zwischenzeitlichen 3:0 Brasiliens gegen Panama. Dann helle Aufregung, denn es war soweit: Einwechslung, begleitet von ohrenbetäubendem Jubel. Und sie? Lächelte. So wie ich auch. Denn diese WM hält schon nach 5 Tagen alles, was sie versprach. Nichts Geringeres als „Beyond Greatness“, so das offizielle FIFA-Motto. Soll heißen: Intensive Spiele, tolle Tore, gute Stimmung, volle Stadien. Und wie es scheint, Poppi beyond Bestform.
