Equal Yay für den DFB

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Es ist doch erstaunlich. Mitten in die dramatische Zuspitzung der WM platzte die Transfer-Bombe aus dem Bundesligafußball der Männer. Und es soll jetzt gar nicht darum gehen, ob man mehr als 100 Millionen Euro für einen fußballspielenden 30-Jährigen bezahlen muss. Was ich an der Sache bemerkenswert finde: Dass quasi zeitgleich für ihren Verband überaus erfolgreiche Spielerinnen z.B. aus Nigeria oder Jamaika ihre Gehälter öffentlich einklagen müssen. Einklagen. Gehälter für geleistete und im übrigen sehr erfolgreiche Arbeit, wir erinnern uns an den Achtelfinaleinzug beider Länder.

Natürlich erschließt sich mir, dass im Männerfußball auf Club-Ebene durch krasse Werbe- und Rechteeinahmen nun mal der Rubel ohne Ende rollt. Und dies deswegen auch in die Taschen derer tut, die ihn erwirtschaften: Männer. Alles gut. Was sich mir nicht erschließt: Wenn nationale Fußballverbände ihre Frauenteams immer noch finanziell schlechter stellen. Alle Spielerinnen und Spieler, ob im Nachwuchs- oder Seniorenbereich, repräsentieren auf Turnieren und Spielen rund um den Globus ihr Land und können durch sportlichen Erfolg und inspirierende Gesamtauftritte das Image einer ganzen Nation aufpolieren, zumindest kurzfristig. Und zwar nach außen und nach innen. Dass eine Fußball-WM der Männer mehr Aufmerksamkeit und Umsatz generiert, ja. Aber wo, wenn nicht in den nationalen Verbänden, könnte man erwarten, dass selbst erspielte Erlöse gleichmäßig auf alle Bereiche verteilt werden? Equal Pay, also gleiche Prämienausschüttungen für Männer und Frauen, sind da ohne Frage schon mal der richtige Schritt. Der norwegische Verband ging da als Pionier voran, andere Länder wie z.B. die USA, England und Spanien sind längst mit auf den Zug aufgesprungen. Stumpf am Abstellgleis steht weiterhin: der DFB.

OK wie wär’s dann für den weltweit größten Fußballverband mal mit einem ganz anderen Vorschlag? Was, wenn beide A-Teams gänzlich auf interne Titelprämien verzichten und das Geld stattdessen in die Jugendförderung und in sonstige integrative Fußballprojekte investiert würde? Am Hungertuch nagen würde dadurch kein Nationalspieler. Und auch keine Nationalspielerin. Und alle, die jetzt sagen: Ein Fußballverband ist doch nicht die Caritas. Doch, irgendwie schon. Fußballverbände werden ja nicht müde, ihre gesellschaftliche und integrative Relevanz hervorzuheben, zu Recht übrigens. Deswegen ja! Das Geld sinnvoll zu verteilen bis ganz runter in die Amateurbereiche, das wäre doch im Sinne aller. Und würde nebenbei vielleicht auch das Akzeptanzproblem und die Entfremdung insbesondere zum Männer-Team lösen. Denn aktuell bleibt bei allen nur hängen: Es wird im Vorfeld ohne Ende um persönliche Prämien geschachert, die am Ende sowieso nicht ausgezahlt werden, weil Vorrundenaus. Deswegen: Equal Yay für die fußballerische Zukunft Deutschlands!