
Kinder, wie die Zeit vergeht. Und bevor der Vorhang dieser WM fällt: Hier der Curtain Call für alle Teams, die ihre WM-Prämien gaben. Denn es waren nicht alle Komparsen, im Gegenteil. Viele hatten ihre time to shine. Und so gab es spektakuläre Tore, die ersten WM-Punkte überhaupt oder kurzerhand den Einzug ins Achtelfinale zu bejubeln. Wie schon hier gesagt: Die Befürchtung eines krassen Qualitätsverfalls war unbegründet. Dafür sorgte der Hauptcast schon höchstpersönlich selbst.
Shoutout also an Haiti. Das zwar tor- und punktlos blieb, aber nur widerwillig klein beigab und drei Mal denkbar knapp verlor. Ein Torverhältnis von 0:4 nach drei Vorrundenspielen ist keine Schande.
Respekt auch an Panama. Schließlich waren sie es, die mit für das torreichste und dabei keineswegs einseitigste Spiel sorgten: 6:3 gegen Frankreich. Mit einem genialen Freistoß-Tor nach nicht mal zwei Minuten. Am Ende zwar kein Punkt, aber eben: drei Tore gegen Frankreich.
Irland wurde angefeuert von gewohnt zahlreichen und gesangfreudigen Fans. Und fuhr neben einem spektakulären Tor nach einer direkt verwandelten Ecke später noch mit dem ersten WM-Punkt nach Hause.
Kompliment an Marokko, das als Überraschungsteam der Vorrunde im Achtelfinale stand. Und das nach einer krachenden Auftaktniederlage gegen Deutschland. Doch das war wohl nur die Generalprobe. Und misslingt die, klappt ja bekanntlich der Rest umso besser. So war‘s dann auch.
Einen Tanz auf der Rasierklinge lieferten die Philippinen. Nach dem Überraschungserfolg gegen die co-gastgebenden Neuseeländerinnen war sogar der Achtelfinaleinzug möglich. Doch dann vergaß man den Text und geriet unter die Räder. Aber: der erste WM-Sieg bleibt.
Team Vietnam zahlte die harte Währung des Lehrgelds. Tor- und punktlos reiste man nach der Vorrunde ab. Aber: Richtig auseinander fiel man nur einmal, das Publikum zu Hause feierte trotzdem.
Sambia landete den größten Achtungserfolg schon vor der WM: Im letzten Testspiel besiegte man die DFB-Elf. Und war damit generalprobenmäßig konträr unterwegs zu Marokko, siehe oben. Viel schlimmer: Anschuldigungen, der Trainer würde Spielerinnen nur nach geleistetem Sex aufstellen. Puh. Da fiel der erste WM-Sieg irgendwie hinten über.
Und Portugal. Um ein Haar wäre man statt der großen US-Titelfavoritinnen ins Achtelfinale eingezogen. Doch bekanntlich verhinderte dies ein Pfosten. Vier Punkte und nur ein Gegentor waren zu wenig fürs Achtelfinale, aber genug, um den Hut zu ziehen.
Raus mit Applaus und hoffentlich bis sehr bald.
