Viele Superlativen und eine Konstanz

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Höchster Auftaktsieg, jüngster Trainer, schnellstes Tor, blauste Haare, jüngster Spieler, verkaufstärkstes DFB-Auswärtstrikot: Diese EM ist schon nach 4 Tagen rekordverdächtig. Und liefert allseits Bemerkenswertes. 40 000 Fans aus den Niederlanden verwandeln Hamburg in eine Oranje-Oase. Während es für englische und serbische Risikofans nur alkoholfreies und Mix-Bier auf Schalke gab. Kein Spiel blieb torlos, zu jubeln hatte also immer zumindest eine Seite etwas.

Was beim alten bleibt: Die Wörter Belgien und Geheimfavorit ergeben keinen sinnvollen Satz, zumindest gab es mit der Niederlage gegen die Slowakei die erste große EM-Überraschung. Kein großes Wunder hingegen, dass Fußball-Tippspiele und ich in diesem Leben wohl kein Traumpaar mehr werden. Die anfängliche Euphorie weicht wie immer sehr schnell enttäuschter Ernüchterung: Es passt einfach nicht. Zueinandergefunden haben hingegen wohl endgültig Qatar und der Fußball. Erst die WM, jetzt prominenteste Werbefläche und -plätze für die Tourismus-Initiative Qatar und die staatliche Airline. Ein Schelm, wer eine gewisse Doppelmoral erkennt. WM in Qatar – nein danke. EM in Deutschland, sponsored by Qatar – ja bitte. Aber worum gehts denn hier? Genau, um die verbindende Kraft des Fußballs.

Und wenn die EM eine Art europäische Völkerverständigung ist, trage ich sie sogar über die deutschen Grenzen. Denn die EM war noch nicht mal angepfiffen und ich verließ das Land. Aber das heißt ja nicht, dass die EM woanders nicht stattfindet. In Österreich, in Slowenien, in Kroatien: Überall stehen Großbildleinwände, überall sammeln sich Menschen jeglichen Alters und Hintergrunds und überall dominiert Fußball das Tagesgeschehen. Wie schön. Vamos a la Leinwand, ich muss los.