Finale Grande

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Aus zwölf macht zwei. Und so stehen 12 Tage nach Turnierstart und 24 Spiele danach die beiden Final-Teams fest: Zum einen etwas überraschend die brasilianische Seleção. Als eine von zwei besseren Gruppendritten holperte man zwar nur dank eines um ein Tor besseren Torverhältnisses ins Viertelfinale. Aber vergeben und vergessen, denn da räumte man erst die Gastgeberinnen aus dem Weg (Überraschung #1) und im Halbfinale dann die Weltmeisterinnen aus Spanien (Überraschung #2). Und das deutlich: 4:2 nach sowas wie regulärer Spielzeit (90+15). Das alles nicht unbedingt mit Zauberfußball und dem feinen Füßchen vormaliger Zeiten, aber durchaus mit Entschlossenheit und dem Glück der Unerschrockenen.

Auf der anderen Seite stehen die all time favorites aus den USA. Zuletzt leicht schwächelnd, jetzt aber wieder voll da. Auch sie spielten ihre Gegnerinnen bis dato nicht an die Wand, begegnen ihnen aber mit einer schier unbesiegbaren Attitude und Effizienz. 1:0 nach Verlängerung hieß es sowohl nach dem Viertel- wie auch Halbfinale. Das US-Powerhorse springt halt so hoch, wie es muss. Und so freuen wir uns doch einfach auf ein allemal spannendes und emotionales Finale am Samstag.

Um Bronze kämpfen dann bereits einen Tag vorher Deutschland und Spanien. Und nein, im Gegensatz zur EM ist das nicht das vorweggenommene Finale. Es hat so schon alles seine Richtigkeit. Natürlich hätten anstatt der Brasilianerinnen auch die tapferen Kolumbianerinnen im Finale stehen können. Und statt der USA Deutschland in Bestbesetzung (und nicht vom Verletzungspech zerpflückt). Aber wie so oft: Hätte, hätte Fahrradkette.

Und so behält dieses Turnier am Ende zumindest eine wahnsinnige Pointe um einer ihrer größten Starspielerinnen: Marta. Schon abgeschrieben und verabschiedet, wurde ihr Kung-Fu-Tritt mitsamt roter Karte und zwei Spielen Sperre als unwürdiger Schlusspunkt ihrer schillernden Karriere im Nationaldress besungen. Und jetzt? Alles Schall und Rauch. Denn das olympische Drehbuch hält für sie jetzt dieses grandiose Finale bereit: Ihr letztes Spiel auf großer Bühne ist das größtmögliche, das Spiel um olympisches Gold. Ausgerechnet gegen die USA. Wie vor exakt 20 Jahren bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme. Damals übrigens mit besserem Ausgang für die US Girls. Das Siegtor fiel, na klar, in der Verlängerung.